In der Zwischenzeit hatten 1926 die Stadtgemeinde Wiesbaden und die Landgemeinde Schierstein die Vereinigung vollzogen, wobei der Schiersteiner Hafen eine gewichtige Rolle als Wirtschaftsfaktor spielte.
Heute dient dieser Hafen mit seiner ganzen Attraktivität nahezu ausschließlich dem Sektor „Freizeit“. In unmittelbarer Nähe dieses Hafens wurde dann auf dem Gelände des ehemaligen Zehnthofs am 14. Oktober 1970 feierlich die Erich Kästner-Schule als Haupt- und Realschule eingeweiht. Höhepunkt dieser Feier war die Anwesenheit des Namensgebers Erich Kästner und damit begann die Geschichte der Schule.
Unsere Schule war im besten Sinne des Wortes in den ersten zwei Jahrzehnten eine Stadtteilschule, die den Kindern der Schulgemeinde einen Lernort bot, der sie in hohem Maße qualifizierte für die Karriere in einem Ausbildungsberuf oder für die an weiterführenden Bildungseinrichtungen. Die Erich Kästner-Schule war die Schule der Schiersteiner und war somit getragen von einem hohen Maß an gegenseitiger Achtung und Wertschätzung. Dies hatte in kaum glaublicher Weise Identität stiftende Wirkung.
In der folgenden Zeit veränderte sich das Elternrecht dahingehend, dass Eltern, unabhängig von ihrem Wohnort, darüber entscheiden konnten, wo ihre Kinder beschult werden sollten. Dies führte dazu, dass unsere Schule in zunehmendem Maße ihren „ortstypischen“ Charakter verlor. Die Erich Kästner-Schule meisterte auch diese Hürden und verstand es, das neue Anforderungsprofil in adäquater Weise erfolgreich umzusetzen. Als verbundene Haupt- und Realschule ist sie weiterhin fester Bestandteil des Wiesbadener Schullebens.